Feedback ehemaliger Teilnehmer & Teilnehmerinnen

Sabine Krause, Köln
(Diplom-Ökonomin)

Sehr gerne möchte ich einen Kommentar zur Bonner Ausbildung zur Mediatorin in Organisationen, Gruppen und Teams schreiben, weil es mich besonders freut, öffentlich „Danke“ sagen zu können!

Kurz vor der Ausbildung hatte ich an der Ruhruniversität in Bochum in der Personalentwicklung gearbeitet. Im Rahmen des Projektes „Einführung von Mitarbeitergesprächen“ führte ich eine Schulungsreihe durch, in der ich immer wieder Konfliktpotential und Unmut unter den Mitarbeitern spürte und teilweise mit den Teilnehmer/innen diskutierte. Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert, verfüge über Erfahrungen in der Personalentwicklung, mir fehlte jedoch der Mut, das „Handwerks-zeug“ sowie die Methode/ Verfahren, wie ich derartige Spannungen wirklich aufgreifen und effizient bearbeiten konnte.

Somit entschloss ich mich, meine „Lücke“ durch diese  Ausbildung zur Mediatorin (Bonn 2007) zu schließen. Die Erwartungen an die Ausbildung wurden nicht nur zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt sondern sogar übertroffen. Denn durch diese fundierte praxisorien- tierte Ausbildung habe ich nicht nur ein zusätzliches und aktuelles „Fachwissen“ in meiner Vita erreicht, sondern vor allem meine Persönlichkeit weiterentwickelt. Wir Teilnehmer/innen aus den unterschiedlichsten Berufszweigen wurden gekonnt inhaltlich mit einbezogen und jederzeit persönlich gefördert.

Da die ersten Praxisfälle während der Ausbildung gemeinsam reflektiert und ausführlich bearbeitet wurden, fühle ich mich heute so sicher, als Mediatorin Fallbearbeitungen alleine zu übernehmen und Teammediationen mit einer/einem Kollegen/in (auch aus diesem Kurs) durchzuführen. Das verdeutlicht zudem, wie harmonisch und atmosphärisch positiv gemeinsam gearbeitet wurde.

Weiterhin habe ich für mich neue Wege und Möglichkeiten entwickeln können, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Das ging soweit, dass ich heute in diesem Beruf hauptberuflich arbeite.

Danke Monika, danke Jörg!

 

 

Oliver Hensel, Berlin
(Bereich Informatik)

Die Jahresausbildung „Wirtschaftsmediation“ unter Leitung von Monika Oboth hatte ich 2001 begonnen und (durch berufliche Veränderung bedingt) 2004 abgeschlossen. Ich hatte und habe als IT-Projektleiter und IT-Berater oft mit Projektteams und Kunden in konfliktbehafteten Projekten oder Projektphasen zu tun. Gerade im für die Informations-technologie schwierigen Jahr 2001 waren einige Projektmitar-beiterInnen existenziell „mit dem Rücken zur Wand“ tätig und agierten (verständlicherweise) nicht immer sachbezogen, sondern emotional oder politisch. Daher war bei mir der Wunsch entstanden, durch das Erlernen von Kommunikationstechniken die inhaltsbezogene Projekt-arbeit zu erleichtern und in Konflikten vermittelnd eingreifen zu können.
 

Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht, wie weit über meine beruflichen Erwartungen hinaus die vermittelten praktischen Erfahrungen und Kenntnisse reichen würden: Gerade Methoden wie die „Gewaltfreie Kommunikation“, aber auch das Rückbesinnen auf einfache Techniken wie „Spiegeln“ oder „empathisch Zuhören“ helfen mir tagtäglich im persönlichen wie im privaten Bereich. Die hochprofessionellen AusbilderInnen mit ihrem schier unerschöpflichen praktischen und reich bebilderten Erfahrungsschatz hatten (auch gerade bei Zweifeln meinerseits, ob das in der Praxis wirklich umsetzbar wäre) stets Tipps und Illustrationen verfügbar, die mir teilweise heute noch in passenden Situationen wieder präsent sind. Dies alles in einem kreativen und vertrauensvollen Teilnehmerkreis, zu dem heute noch gelegentlich freundlicher Kontakt besteht.
 

Die Mediationsausbildung war zweifellos die Weiterbildung, die mich beruflich aber auch persönlich am intensivsten und nachhaltigsten vorangebracht hat.

 

 

Wolfgang Benedikt-Jansen,  Frankenberg:

(Bereich Recht)

Ich bin seit knapp 20 Jahren als selbständiger Rechtsanwalt tätig. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt im Bereich des Banken- und Kapitalmarktrechtes. Ich bin Gründungsmitglied der ARGE Banken- und Kapitalmarktsrecht im Deutschen Anwaltsverein. Parallel dazu interessiere ich mich seit vielen Jahren für gewahrseinserweiternde Persönlichkeitsentwicklung und habe auf diesem Gebiet  eine Reihe von Trainerqualifikationen erworben.

 

Mein Interesse an mediativen Konfliktlösungstechniken entstand, als ich erkannt habe, dass die klassischen Verfahren zur Konfliktlösungen vor Gericht häufig nicht den gewünschten Frieden zwischen den Streitparteien bringen und zudem oft teuer, langwierig und im Ergebnis irrational sind.  Frau Monika Oboth wurde mir als Mediationslehrerin, die  auf der Basis der Gewaltfreien Kommunikation arbeitet, empfohlen.

Die Mediatorenausbildung bei Monika Oboth und Jörg Schmidt in Bonn war für mich eine spannende abwechslungsreiche und horizont- erweiternde Erfahrung, die ich sehr genossen habe und die mich sehr bereichert hat. Meine stille Befürchtung vor Kursbeginn, nun ein Jahr lang mit Theorie wie bei typischen Anwaltsfortbildungsseminaren zugestopft zu werden, löste sich sofort nach Kursbeginn auf.

 

Monika Oboth erlebte ich als außerordentlich kompetent, lebendig und inspirierend. In Aktion empfand ich sie wie ein Lebensenergiekraftwerk. Jörg Schmidt ergänzte sie perfekt, in dem er durch seine leise, aufmerksame und freundliche Präsenz den Ausbildungsraum belebte. Beide verstanden es, die Theorie der mediativen Verfahren und Techniken leicht verständlich zu präsentieren und auf eine Art - die wirklich Spaß gemacht hat - praktisch einzuüben. Beide waren klasse und als Team unschlagbar. (www.benedikt-jansen.de)



Christiane Hütt-Berger, Rauenberg
(Bereich Politik)
Ich bin seit vielen Jahren ehrenamtlich als Stadträtin im Gemeinderat tätig. Als Fraktionssprecherin stehe ich ständig im Spannungsfeld zwischen den Meinungen der Stadtverwaltung und den anderen politischen Fraktionen. Von der Ausbildung erwartete ich eine verbesserte Kommunikation, um meine Ansichten gewaltfrei vertreten zu können.

Als Mitglied einer Schulmediatorengruppe erhoffte ich weitere Impulse für das Verständnis zwischen Eltern und Lehrern. Die Möglichkeit, als freiberufliche Mediatorin arbeiten zu können, war eine zusätzliche Hoffung. Für den tiefen Einblick in die Gewaltfreie Kommunikation bin ich sehr glücklich und dankbar. Hinter kritischen und vorwurfsvollen Aussagen die Gefühle und Bedürfnisse zu sehen, ist für mich sehr wertvoll. Auch das bessere Verstehen des eigenen Verhaltens ist von großer Bedeutung.

Die Ausbildung (Wiesloch) fand in guter Arbeitsatmosphäre statt. Jede Störung wurde ernst genommen und für jedes Anliegen eine Möglichkeit der Klärung gesucht. Dies erforderte eine hohe Flexibilität von Monika Oboth und Christian Bähner. Mit hoher Kompetenz wurden die Ausbildungsziele systematisch und strukturiert vermittelt. Die ständige Visualisierung machten das Lernen leichter und nachhaltig. Immer wieder konnten wir neue Methoden kennen lernen und für unser eigenes Lernen einsetzen. Klare Regeln kombiniert mit empathischem Eingehen auf jeden Einzelnen zeigte die wertschätzende Haltung von Monika und Christian.
 

Marie-Luise Schrimpf-Rager, Dortmund
(Selbstständige Trainerin)
Seit Mai 2007 nehme ich teil an der Ausbildung zur Gewaltfreien Kommunikation bei Monika Oboth und Christian Bähner.

Ich entschied mich für diese Ausbildung bei Monika Oboth, weil ich einfach gerne an einem von ihr geleiteten Workshops teilnehmen wollte. Ihre Art , wie sie z.B. die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) vorstellte, gefiel mir sehr, ebenso wie klar und erfrischend sie ins Thema einführte.
In der Ausbildung erlebe ich die einzelnen Blöcken thematisch gut durchgeplant und sinnvoll aufgebaut. Mir verhalfen sie bisher zu einem tieferen Verständnis von GFK. Monika benützt gerne Bilder, mit denen sie größere Zusammenhänge erklärt und die ich gut in Erinnerung behalte. Ich schätze es sehr, wie Monika mit einzelnen und der Gruppe arbeitet. Die Einheit zur Selbstempathie gab mir z.B. mehr Klarheit darüber, wie ich meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche formulieren kann. Monika ist  sehr präsent und ich fühle mich sicher, um auch für mich heikle Themen bearbeiten zu können. In den vielen Übungs-einheiten können wir ausprobieren, mit den Mitteln der GFK zu arbeiten, was gar nicht so einfach ist.  Brauchen wir mal mehr Zeit für eine Übung, bekommen wir sie, was ich sehr entspannend finde.

Monika leitet die Gruppe mit Witz und Charme, aber auch mit einer großen Ernsthaftigkeit. Ich spüre, wie sehr GFK nicht nur eine Methode, sondern eine Lebensphilosophie ist, die Monika uns zeigt und vorlebt.
Das Leitungsteam - Monika und Christian - ergänzt sich ausgezeichnet. Christian bringt mit seiner Ruhe die Gelassenheit mit ein, die erdet. Die beiden anderen im Team,
Markus Pallo und Tina Klug zeigen mit ihrer einfühlenden und wertschätzenden Haltung weitere Facetten der GFK.

Ich arbeite selbständig als Trainerin im sozialen Bereich mit Erwachsenen und genieße es sehr, in dieser Gruppe zu sein und Ideen für meine Arbeit mit Gruppen zu bekommen.

 

Jutta  Kreis, Frankfurt/Main
(Unfallkasse)
Zu Beginn der Mediationsausbildung in Bonn war mein Anliegen, meine Konflikte und Konflikte in unserer Organisation besser bearbeiten zu können. Hierbei war mir sowohl die Konfliktanalyse als auch die Frage „Was mache ich in der Praxis?“ wichtig. Für die Konfliktanalyse gab es viele unterschiedliche  theoretische Inputs vom Trainingsteam und auch viele Anregungen aus der Gruppe. Das hat mir die Wahrnehmung neuer, ganz unterschiedlicher Perspektiven ermöglicht.
Die Frage „Was mache ich in der Praxis?“ konnte ich mir selbst durch ausprobieren erarbeiten. Die Möglichkeit zum Üben, Üben, Üben ...  gab es reichlich. Ich konnte in der geschützten Gruppe eine ganze Reihe von Möglichkeiten ausprobieren und  auch wahrnehmen: Was passt zu mir? Konstruktiv unterstützt wurde ich durch Feedbacks sowohl durch das Trainingsteam als auch der Gruppe. Für mich waren die Erfahrungen, die ich beim kollegialen Coaching und in der Intervisionsgruppe, also im Kontakt mit den anderen Teilnehmenden machte, sehr bereichernd. Außerdem hat das kennen Lernen unterschiedlicher Menschen und Berufsbereiche Spaß gemacht.

Ein Highlight war die Einführung in die „Gewaltfreie Kommunikation“ (Rosenberg). Die Beschäftigung hiermit hat für mich persönlich viel Klarheit und damit auch Sicherheit gebracht. Durch diesen Ansatz wurde mir deutlicher, was „hinter“ Konflikten für Bedürfnisse liegen. Dies zeigt dann oft schon die Richtung der Konfliktlösung an.
Bei Konfliktlösungen spielt die Formulierung, weg von Angriffen - hin zu Gemeinsamkeiten, eine entscheidende Rolle.  Dabei waren mir unsere Trainerin / unser Trainer als Genies für die richtigen Worte in allen Konfliktlagen ein Vorbild. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Rollen (Vorgesetzte, Mediatorin, Kollegin) und damit, wo die Grenzen der jeweiligen Rolle sind, hat mir gezeigt, dass ich viele mediative Elemente auch ohne eine klassische Mediation in meinem Berufsalltag gut einsetzen kann.

Insgesamt war das Seminar für mich ein guter Mix aus Theorie, Methoden, persönlicher Begegnung, Auseinandersetzung und eigener Erfahrung in einem geschützten, angenehmen Raum. Aus dem großen Angebot konnte jede Teilnehmerin / jeder Teilnehmer sich das herausnehmen was für sie / ihn  gepasst hat. Das angenehme Arbeiten war möglich durch das gute Zusammenspiel der beiden Trainer. Die Bedürfnisse Einzelner bzw. der Gruppe hatten Platz in dem insgesamt „strammen Programm“. Auftretende Irritationen in der Lerngruppe konnten geklärt werden. Ich habe im Rahmen der Ausbildung eine sehr individuelle Unterstützung erfahren. Nach meiner Einschätzung vermittelt  diese Ausbildung ein gutes Rüstzeug für einen Start als Mediator/in und trägt zur  persönlichen Entwicklung bei.
 

Oliver Welnitz, Braunschweig
(Bereich Informatik)
Ich bin seit 1990 bei der Siemens AG, Bereich Transportation Systems in Braunschweig, tätig. Meine Hauptaufgabe ist das Qualitätsmanage-ment als Qualitätsmanager im Bereich Transrapid. Darüber hinaus bin ich als Sicherheitsbeauftragter und SAP PLM Trainer des Geschäftsgebietes Rail Automation engagiert.

Aus diesem beruflichen Kontext heraus kam ich im Rahmen einer Teambuilding-Maßnahme auf die Idee, mich in Sachen Konfliktlösungs-techniken und Mediation weiterzubilden. Während der Informations-suche zu diesen Themen, fand ich im Internet die Homepage von Frau Monika Oboth und entschied mich für eine Ausbildung zum Mediator gemäß den Standards und Richtlinien des Bundesverbands Mediation (BM). Da ich mit dem Thema vorher wenig Berührungspunkte hatte, erwartete ich zwar jede Menge neuer Eindrücke und war offen für Neues. Dass ich aber eine völlig neue Haltung in Sachen Kommunikation und Umgang mit Menschen erfahren würde, war mir zu diesem Zeitpunkt völlig unklar.

Sofort bei Ausbildungsbeginn wurde mir deutlich, dass es bei der Mediatorenausbildung weniger um die vermutete Vermittlung von theoretischen Inhalten gehen würde, sondern dass mehr die innere Einstellung der Menschen im emphatischen Umgang miteinander, die Überarbeitung bislang erlernter Kommunikationsstrategien sowie das praktischen Üben, Üben und nochmalige Üben im Vordergrund stehen würde. Im Verlauf der Ausbildung stellte sich heraus, dass ich auf diesem Wege zusätzlich enorme Hilfestellung bei der Überwindung einer privaten Lebenskrise und einen enormen Zuwachs an Lebenskraft erfahren durfte!
Besonders hierfür möchte ich speziell Frau Oboth, Frau Nicole Berse, Herrn Helmut Dannemann sowie der ganzen Gruppe angehender Mediatorinnen und Mediatoren meinen herzlichsten Dank aussprechen!!Sie verstanden es immer wieder eine Atmosphäre zu schaffen, in der ich mich sicher fühlte, selbst die brisantesten Themen anzusprechen und aufzuarbeiten.

Im beruflichen Umfeld hat mir die Mediationsausbildung vor allem dabei geholfen, offen und einfühlsam mit Kolleginnen und Kollegen umzugehen. Dies erleichtert die Zusammenarbeit in Teams wesentlich, und ich komme innerhalb der Teams wesentlich leichter zu tragfähigen und von allen Teammitglieder tragbaren Entscheidungen. Darüber hinaus gehe ich viel offener mit Konflikten um und bin ein gern gesehener Helfer, sobald es im Projekt an der ein oder anderen Stelle hakt. Auch als Trainer für fachspezifische Themen gelingt es mir nun wesentlich leichter, die Bedürfnisse der Schulungsteilnehmer zu erfassen und auf einzelne Teilnehmer einzugehen.
Fazit: Die Mediationsausbildung eignet sich nicht ausschließlich für angehende Mediatoren im klassischen Sinne, sondern schärft zusätzlich die Sinne für den Umgang mit Menschen, sowohl im privaten als auch im dienstlichen Umfeld. Ebenso hilft sie beim Erkennen von Besonderheiten der eigenen Kommunikations- sowie Verhandlungsstrategien. 


Antje Spielbauer, Rödersheim-Gronau
(Schulbereich, Familie)
Während der Mediationsausbildung in Wiesloch war ich als Schulsprecherin an unserer örtlichen Grundschule tätig.
Meine Funktion war die Leitung und Vertretung des Schulelternbeirats hinsichtlich seiner Aufgaben: Förderung und Mitgestaltung der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit der Schule. In diesen Rahmen fiel auch die Unterstützung und Vermittlung bei Konflikten.

Meine Erwartung an den Profit der Ausbildung war ein strukturierterer und kompetenterer Umgang mit Konflikten zugunsten meiner selbst, meiner Familie und sonstiger Dritter. Die Ausbildung hat diese Erwartung voll erfüllt, daneben meine Haltung der Wertschätzung, Offenheit und Ehrlichkeit erheblich vertieft. Ganz wichtig ist mir auch die Erkenntnis, wie sehr wir auch unbewusst kommunizieren und wie maßgebend demzufolge unsere innere Haltung ist.

Die Ausbilder habe ich mit genau dieser Haltung der Wertschätzung, Offenheit und Ehrlichkeit erlebt, sie haben einen sehr geschützten Raum geschaffen. Methodik und Didaktik waren individuell und differenziert der jeweiligen Situation und den jeweiligen Teilnehmenden angepasst.


 
Ute Schmitz, Raisting:
(Psychiatrischer Bereich, Pflege)
Als ich mit der Mediationsausbildung in Wiesloch begonnen habe, bin ich angetreten, weil ich natürlich meine Kompetenz in Sachen Konflikt und damit in meinem Umfeld auch meine berufliche Handlungs-kompetenz erweitern wollte. Das Thema Selbsterfahrung/ persönliche Weiterentwicklung fand ich dazu selbstverständlich und auch nicht wirklich neu für jemanden, der bereits lange im psychiatrischen Feld arbeitet. Aber es ist dann viel mehr passiert: Ich habe mich in einer Art und Weise weiterentwickelt, die mich noch immer sehr beeindruckt und vor allem in vielen Bereichen weiter wirkt. Ich bin Euch wirklich sehr dankbar für die Dinge (Methoden und vor allem „Haltung des Mediators“)die Ihr mir beigebracht habt und auch für Eure aus meiner Sicht sehr gute Pädagogik.
Ich hätte gerne die GFK noch stärker in unsere Module, sprich: in unseren Umgang miteinander implementiert. Aber da arbeite ich nun für mich weiter daran. Das würde ich für weitere Ausbildungen empfehlen. Und alles, was mit der Haltung des Mediators zusammenhängt / Entwicklung begünstigt, sollte - wenn möglich - noch mehr Platz finden. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit dem Thema „Haltung“ in der Pflege und denke viel darüber nach, wie man/ frau so etwas implementieren kann. Aber nun konkret:

Ich habe bei Euch auf gute und fundierte Weise das Verfahren Mediation gelernt. Ich habe mittlerweile sowohl intern wie auch extern mediiert. Es waren nicht immer lupenreine Mediationen – die Abgrenzung zu Moderation/ Beratung ist in einigen Situationen nicht ganz gelungen. Aber ich habe neulich als externe Mediatorin gearbeitet und war mir und meiner selbst sicher, dass ich das kann – und es ist mir auch gelungen. Mich hat die Ausbildung mit/bei Euch auf vielfältige Weise inspiriert, und es ist Euch gelungen, dass ich immer noch und wieder zum Thema lese und mit kleinen Schritten versuche, in meinem Umfeld für das Thema Konflikte zu sensibilisieren und auch ganz real eine andere Kultur einführe.
 

Ich bin einfach total begeistert von der Ausbildung, von der Art, wie der angestoßene Prozess weiterwirkt, wie ich auch zu neuen Themen inspiriert worden bin, dass ich tatsächlich mediieren kann, und dass ich natürlich noch sehr viel üben muss. Daher bleibt mir nur, Euch zu danken, und ich kann Eure Ausbildung nur wärmstens weiterempfehlen
 

Gerald Körner, Leimen:
(Bereich Informatik)
Als Angestellter in einem großen multikulturellen Software-Unterneh-men begegnen mir täglich Interessenskonflikte, die innerhalb einer bzw. über Hierarchie-Stufen hinweg und über Organisationseinheiten hinaus ausgetragen werden (müssen). Als Schnittstelle zwischen verschie-denen  Gruppen (z.B. Entwickler, Qualitätsteam, Management) biete ich die Möglichkeit des Austausches von Informationen als Grundlage zur Bildung von Entscheidungen an. Dies geschieht im Rahmen von Abstimmungsmeetings. Dabei kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den Beteiligten, die bisher durch Macht und Rang gelöst werden.

Mit der Ausbildung zum Mediator in Wiesloch habe ich mir eine größere Moderationskompetenz bei der Ausübung meiner Arbeit erhofft und diese auch erreicht. Darüber hinaus wusste ich nach dem Besuch der Informationsveranstaltung, die der Ausbildung vorangestellt ist, dass mit Teilnahme an der einjährigen Ausbildung eine Persönlichkeits-entwicklung einhergeht.
Das Ausmaß dieser Persönlichkeitsentwicklung kann ich erst heute, nach knapp einem Jahr, abschätzen. Die zu lesenden Bücher, Übungs-einheiten mit Schwerpunkt auf Rollenspielen (als Mediator, Konflikt-partei oder Beobachter) und die Intervisionsgruppen, die den Austausch zwischen den Teilnehmer förderte und intensivierte, haben erheblich dazu beigetragen, dass ich meine Mitmenschen in einem anderen Licht sehe, mir Fragen zum Miteinander stelle und ich mich besser verstehe. Die Auseinandersetzung während der Ausbildungszeit mit mir selbst war oftmals unangenehm, aber für mich auf alle Fälle ein Gewinn.

Die Chance, diese intensive Persönlichkeitsentwicklung wahrzuneh-men, wurde von den Ausbildern dankenswerterweise immer wieder aufs Neue auch durch persönliche Gespräche unterstützt und damit letztendlich sogar gefördert. Unsere Ausbilder waren in der Lage, selbst kleinste Störungen in der Gruppe wahrzunehmen und darauf angemes-sen zu reagieren. Damit war mir schnell klar: Die leben das, was sie uns erzählen.
In jedem Modul war die Atmosphäre des Vertrauens und des Sich-fallenlassen-könnens spür-, ja sogar greifbar. Angereichert durch eigene Erlebnisse auf ihrem Weg zum Mediator begleiteten sie uns durch alle Höhen und Tiefen, Zuversicht und Zweifel, die diese Ausbildung mit sich bringt.

Abschließend möchte ich sagen, dass es eine Erfahrung war, die ich nicht missen möchte.
 

Dirk Nolte, Köln
(Berufsschulpfarrer)
Mich hat besonders die Konzeption der Bonner Mediationsausbildung angesprochen (hohe Praxisanteile in Form von Rollenspielen, sparsame auf das notwendige Maß beschränkte Theorieanteile). Autodidaktisch lässt sich die Theorie der Mediation in Form von Büchern gut aneignen, die Umsetzung und ihre Anwendung hingegen bedarf der praktischen Erfahrung und des Ausprobierens. Aus unterschiedlicher Sichtweise – sei es als Konfliktpartei oder als Mediator – erlebe ich die Alltagstauglichkeit der verschiedenen Methoden und Techniken als tragfähig und kann sie für mich passend „zuschneiden“, testen und anschließend durch die Weisheit der Gruppe auch vielschichtig reflektieren und modifizieren. Hilfreich habe ich dabei das Trainerteam erlebt, welches mit optimistischem Mediationsblick das Potential der unterschiedlichen Kursteilnehmenden wertgeschätzt und individuell unterstützt hat. Ihre Tipps und Vorschläge habe ich dabei stets als gewaltfrei – im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation – und die Lernatmosphäre als selbstbestimmt erlebt. Für mich ist es sehr motivierend gewesen, selbst entscheiden zu können, welche Heraus-forderungen ich im Rollenspiel annehme und welche Erfahrungen ich mit Techniken und Methoden machen möchte.

Meine Erwartungen an die Ausbildung sind von meiner beruflichen Tätigkeit her geprägt. Als Pfarrer, der Religionslehre am Berufskolleg erteilt, bin ich täglich mit gewaltigen Rahmenbedingungen konfrontiert, die neben dem, was die Auszubildenden mitbringen, durch volle Klassen, kleine Räume, Leistungsdruck durch Betriebe und Noten gekennzeichnet sind. Häufig habe ich mir daher die Frage gestellt, wie ich schwierige Situationen in Klassen deeskalierend auflösen und dabei auf die „pädagogische Peitsche“ (z.B. Klassenbucheintrag) verzichten kann. Im Umgang mit Gruppenkonflikten oder in der Bearbeitung des Themas Klassengemeinschaft habe ich durch die Ausbildung sehr profitiert. Im Laufe der Zeit hat sich meine innere Einstellung grundlegend geändert. Demokratische Abstimmungen lehne ich in einer Klasse grundsätzlich ab, weil es dadurch auch Verlierer gibt, die sich der Mehrheit fügen müssen. Statt dessen moderiere ich eine Verhandlung, bis ein Konsens erreicht ist, dem die Klasse zufrieden zustimmen kann. Auch wage ich mich an "heiße Eisen“ heran, um durch mediative Methoden und Techniken die Auszubildenden in ihrem Konfliktverhalten zu trainieren.

Auch jenseits der beruflichen Verwertbarkeit habe ich die Ausbildung als eine große Bereicherung erlebt, sei es der mediative Witz in der Kaffeepause, der Erfahrungsaustausch in der Intervisionsgruppe, die Möglichkeit ,eigene Konfliktfälle zu bearbeiten oder auch der Einblick in eine andere, mir fremde Sichtweise. Beziehungsstiftende Übungen zur Wertschätzung sind auch im Familien- und Freundeskreis ein mediatives „Zaubermittel“, welches sich in sonnigen und stürmischen Tagen bewährt hat.

Zusammenfassend gehe ich aus der Ausbildung mit dem Gefühl, dass sich diese Investition nicht nur gelohnt hat, sondern auch weiterhin viele Früchte bringen wird, weil hier etwas ganz wesentlich Menschliches gelebt und erfahren werden kann: Vergebung, Versöhnung, Hoffnung und herzliche Gefühle. Ich kann über die aktuelle Bedeutung von Frieden vielschichtig reflektieren. Durch Vollzug von mediativen Elementen z.B. in praktischen Übungen zum Aktiven Zuhören erschließen sich theologische Aussagen auf einer persönlich erfahrbaren Ebene. Von daher gehören für mich Theologie und Mediation untrennbar zusammen.

 
 

 
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Zwei- und Mehrparteienmediation, Kassel